• Sven Wawra

Gespräch mit Michael Breitenstein - Integration von Immigranten in schwierigen Zeiten

Aktualisiert: 16. Mai 2020

Michael kümmert sich um die gesellschaftlichte Integration von Immigranten und Flüchtlingen und bringt ihnen nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch Kultur näher. Der zwangsweise Verzicht auf Präsenzunterricht hatte für ihn und seine Schüler schwerwiegende Auswirkungen

"Vom Bundesministerium kam die Aufforderung, die Kurse bis auf Weiteres einzustellen. Mein Kurs hätte eine Woche später Abschlussprüfung gehabt - die findet jetzt erstmal nicht statt."

Im Gespräch hat mir Michael erklärt, warum bei Integrationsmaßnahmen auf digitale Lernmethoden verzichtet wird. Da die Seminare für viele Einwanderer seit langer Zeit obligatorisch sind, existiert ein umfassendes Berichts- und Kontrollwesen. So ist nicht nur das Lernen und schließliche Bestehen der Kurse von Bedeutung, auch die bloße Teilnahme an den Veranstaltungen ist verpflichtend und wird dokumentiert. Das ist wichtig, weil die Kurse von einem privaten Träger durchgeführt und für die Teilnehmer kostenlos - weil steuerfinanziert - sind. Um diese Veranstaltungen in den digitalen Raum zu verlagern, hätte es also nicht ausgereicht, lediglich Lerninhalt und Webinare via Internet anzubieten. Es wäre ein System notwendig, das die Teilnehmer eindeutig identifiziert, ihre Aktivitäten überwacht und im Idealfall sicherstellt, dass auch immer die Person selbst vor dem hemischen Rechner sitzt - natürlich alles im Einklang mit unseren Datenschutzgrundsätzen.

Aber nicht nur Hemnisse im organisatorischen Sektor stehen einer Überführung ins Internet im Weg:

"Es geht nicht nur ums Sprache-Lernen sondern auch darum, miteinander umzugehen und du musst dich auch Deutsch unterhalten."

Hinzu kommt, dass für viele Teilnehmer die Kurse ein wichtiger Quell sozialer Kontakte in einem neuen Land sind.

"Vor Ort entstehen Freundschaften, die online nicht entstehen würden."

Daher erwartet Michael in seinem Sektor keinen Online-Ersatz-Unterricht, sondern maximal flankierende Maßnahmen. Primär wird man sich hier auf kleine Gruppen und erhöhte Hygienestandards verlassen, um möglichst bald wieder persönlich unterrichten zu können. Das ganze Interview gibt's wie immer im Podcast. Viel Spaß dabei.


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